Einordnung
Medikation und Therapie
Diese Seite erklärt, was neben dem Coaching steht und wer wofür zuständig ist. Sie ersetzt kein Gespräch mit einem Arzt oder einer Ärztin, einem Therapeuten oder einer Therapeutin – sie soll Ihnen helfen zu erkennen, wen Sie wofür ansprechen.
Was hier nicht stattfindet
- Keine Diagnostik Im Coaching wird keine Diagnose gestellt. Die Untersuchung, die einer Behandlung vorausgeht, gehört in eine ärztliche oder psychotherapeutische Praxis.
- Keine Rezepte Medikamente verordnen ausschließlich Fachärztinnen und Fachärzte. Ich darf das nicht, und ich tue es auch nicht.
- Keine Behandlung Coaching ist keine Heilbehandlung und ersetzt weder Psychotherapie noch ärztliche Versorgung.
Diagnostik
Wie eine Diagnose zustande kommt
Eine Diagnose ist die Voraussetzung für eine Behandlung mit zugelassenen Medikamenten. Sie ist immer eine klinische Diagnose: Es gibt keinen Bluttest und kein Gerät, das ein einfaches Ja oder Nein liefert.
Dazu gehört ein ausführliches Gespräch zur eigenen Geschichte, meist ergänzt um die Sicht von Menschen, die Sie gut kennen. Weil eine ADHS lebenslang besteht, muss sie bereits in der Kindheit vorhanden gewesen sein – alte Zeugnisse können dabei erstaunlich aufschlussreich sein.
Häufig kommen weitere Erkrankungen hinzu. Sie spielen für die Behandlung eine Rolle und gehören deshalb mit auf den Tisch.
Medikamente
Was Medikamente leisten – und was nicht
Medikamente können die Symptomatik lindern. Für viele sind sie eine wertvolle Stütze und die Voraussetzung dafür, im Alltag zu bestehen. Sie bringen niemandem bei, wie man einen Papierstapel sortiert – aber sie können den Zustand herstellen, in dem das überhaupt möglich wird.
Welche Wirkstoffe für Erwachsene in Frage kommen, welche Dosis und in welcher Form: Das entscheidet der behandelnde Facharzt bzw. die behandelnde Fachärztin gemeinsam mit Ihnen. Üblich ist ein langsames Herantasten – mit einer kleinen Dosis beginnen und schrittweise anpassen, bis die Wirkung stimmt.
Ob Medikamente für Sie das Richtige sind, ist keine Frage von Haltung, sondern eine medizinische Entscheidung. Im Coaching arbeiten wir mit und ohne.
Psychotherapie
Wenn Altes mit im Raum sitzt
Viele Menschen mit ADHS haben im Lauf ihres Lebens Verletzungen erfahren, die Spuren hinterlassen haben. Diese aufzuarbeiten begleitet im günstigen Fall den Weg, der mit der Diagnose beginnt.
Je nach Verfahren setzt eine Therapie unterschiedliche Schwerpunkte. Welches davon zu Ihnen passt, klären Sie am besten im Erstgespräch mit der Therapeutin oder dem Therapeuten.
Begleiterkrankungen
ADHS bringt überdurchschnittlich häufig weitere Erkrankungen mit sich, besonders Depressionen und Suchterkrankungen. In beiden Fällen ist die Eigenverantwortung eingeschränkt, und es braucht therapeutische Unterstützung. Coaching kann das nicht auffangen.
Belastende Erfahrungen
Manches gehört so sehr zur eigenen Geschichte, dass es sich normal anfühlt. Dabei müssen es nicht die großen Ereignisse sein. Wo scheinbar alltägliche Situationen nachwirken, ist eine Therapie sinnvoll, die Achtsamkeit schult und alte Wunden versorgt.
Wenn Sie unsicher sind, ob Coaching oder Therapie das Richtige ist: Fragen Sie mich. Ich sage Ihnen offen, was ich für den passenderen Weg halte – auch wenn das heißt, dass Sie woanders besser aufgehoben sein sollten.